Buchempfehlungen

Buchempfehlungen

Die Literatur-Gruppe empfiehlt

Hier möchten wir in loser Weise in­ter­es­san­te Bücher vorstellen, die bei unseren monatlichen Treffen em­pfoh­len, be­spro­chen und dis­ku­tiert wurden.

Viele der Bücher können in der Bücherei in Wickrathhahn aus­ge­lie­hen werden.

NEU: Hope Street. Wie ich einmal englischer Meister wurde

Autor: Campino

Er ist einer der populärsten Musiker Deutschlands. Aber das ist nur die halbe Geschichte. Die andere Hälfte fängt mit Kevin Keegan an, dem englischen Stürmer mit den wilden Locken. Der wurde in den 70ern zu Campinos großem Idol: Als zehnjährigem Sohn einer englischen Mutter und eines Richters aus Düsseldorf war ihm dieser Keegan Erlösung und Vorbild zugleich - ein cooler Engländer, der ihm zeigte, auf welcher Seite er zu stehen hatte. Seitdem verbinden sich in der Entscheidung für den besten Fußballverein der Welt die ganze Widersprüchlichkeit seiner Herkunft und die Liebe zu einem Land, das irgendwo zwischen Beatles und Brexit steht. - Von alldem, seiner Familie und der rasenden Leidenschaft zum Liverpool FC erzählt Campino in diesem Buch.


Zu den schönsten Lesetipps von mir gehört "Hope Street - wie ich einmal englischer Meister wurde" von Campino.

Als Kapitelüberschrift liest man da:
Offizielles Begrüßungsschild in Cornwall
Welcome to Cornwall! When it's hot, please dress for the body you have, not the body you want. Thanks.

Auch sonst ist das Buch lesenswert, obwohl ich nichts für Punk, Punker und die Toten Hosen übrig habe. Aber Campino ist schon echt klasse.

Stay away from Gretchen

Autorin: Susanne Abel

Eine junge Frau, ein afro­ame­ri­ka­ni­scher GI und das Ge­heim­nis einer ver­bo­te­nen Lie­be. Der be­kann­te Köl­ner Nach­rich­ten­mo­de­ra­tor Tom Mon­de­rath macht sich Sorgen um seine 84-jäh­ri­ge Mut­ter Greta, die im­mer mehr vergisst. Was an­fangs är­ger­lich für sein schein­bar so per­fek­tes Le­ben ist, wird un­er­war­tet zu ei­nem Ge­schenk. Nach und nach er­zählt Greta aus ihrem Le­ben – von ih­rer Kind­heit in Ost­preu­ßen, der Flucht vor den rus­si­schen Sol­da­ten im ei­si­gen Win­ter, der Sehn­sucht nach dem ver­schol­le­nen Va­ter und ih­ren Er­fol­gen auf dem Schwarz­markt in Hei­del­berg. Als Tom je­doch auf das Fo­to eines klei­nen Mäd­chens mit dunk­ler Haut stößt, ver­stummt Greta. Zum ers­ten Mal be­ginnt Tom, sich ein­ge­hen­der mit der Ver­gan­gen­heit sei­ner Mut­ter zu be­fas­sen. Nicht nur, um end­lich ihre Trau­rig­keit zu ver­ste­hen. Es geht auch um sein ei­ge­nes Glück.

Es gibt Dinge, die hat Greta fest in sich ver­schlos­sen. Erst als die De­menz fort­schrei­tet, kann sie sich ihrem Sohn Tom öff­nen, und die bisher so dis­tan­zier­te Be­zieh­ung wird zu Nähe. Sehr ein­fühl­sam erzählt.

Fritz und Emma

Autorin: Barbara Leciejewski

Die Geschichte einer ungelebten Liebe - herzzerreißend und tröstlich zugleich

1947: Emma ist überglücklich, dass ihr geliebter Fritz doch noch aus dem Krieg in ihr Heimatdorf zurückgekehrt ist. Schon lange sind sie ein Paar, nun fiebert Emma der Heirat entgegen. Doch der Krieg hat einen Schatten auf Fritz' Seele gelegt, gegen den nicht einmal Emma mit all ihrer Liebe ankommt. Und dann, in der Nacht, die eigentlich die glücklichste ihres Lebens sein sollte, geschieht etwas Schreckliches, das alles verändert.

2018: Marie ist mit ihrem Mann neu nach Oberkirchbach gezogen und lernt nach und nach die Einwohner des Dörfchens kennen. Auch den 92-jährigen griesgrämigen Fritz Draudt und die ebenso alte Emma Jung, die am entgegengesetzten Ende des Dorfes lebt. Marie erfährt, dass die beiden seit fast siebzig Jahren nicht miteinander gesprochen haben. Dabei wollten sie einst heiraten. Marie nimmt sich vor, Fritz und Emma wieder miteinander zu versöhnen, bevor es zu spät ist ...


Fritz und Emma sind am gleichen Tag in Oberkirchbach geboren. Für alle – nicht zuletzt für sie selbst – stand fest, dass sie zusammengehören. Doch nun reden die beiden seit siebzig Jahren nicht miteinander und gehen sich im Dorf aus dem Weg. Was ist geschehen?

Dann kommt der neue Pfarrer Jakob mit seiner Frau Marie nach Oberkirchbach. Jakob fühlt sich gleich wohl, doch Marie vermisst etwas, denn das Dorf ist wie tot. Als Marie von Fritz und Emma er­fährt, möch­te sie die bei­den ver­söh­nen. Es steht der 750ste Ge­burts­tag des Dor­fes vor der Tür und Marie will nicht, dass der so sang- und klang­los vor­bei­geht. Sie wir­belt ei­ni­ges auf.

Es ist eine sehr berührende Ge­schich­te über Le­ben, Lie­be, Freund­schaft und Ver­söh­nung. Mir hat sie gut ge­fal­len.

Fräulein Gold: Schatten und Licht

Die Hebamme von Berlin
Band 1

Autorin: Anne Stern

Der Auftakt zu einer far­ben­präch­ti­gen Saga vol­ler Spann­ung und at­mos­phä­ri­scher Ber­li­ner Ge­schich­te der 1920er Jah­re.
Hulda Gold ist ge­witzt und un­er­schro­cken und im Vier­tel äu­ßerst be­liebt. Durch ihre Haus­be­su­che be­geg­net die He­bam­me den un­ter­schied­lichs­ten Men­schen, wo­bei ihr das Schick­sal der Frau­en be­son­ders am Her­zen liegt. Der Große Krieg hat tie­fe Wun­den hin­ter­las­sen, und die jun­ge Re­pu­blik ist zwar von Auf­bruchs­stim­mung, aber auch von bit­te­rer Ar­mut ge­prägt. Hulda neigt durch ihre en­ga­gier­te Art da­zu, sich selbst in Schwie­rig­kei­ten zu brin­gen. Zu­mal sie bei ih­rer Ar­beit nicht nur neu­em Le­ben be­geg­net, son­dern auch dem Tod. Im be­rüch­tig­ten Bü­low­bo­gen, ei­nem der vie­len Elends­vier­tel der Stadt, küm­mert sich Hulda um eine Schwan­ge­re. Die jun­ge Frau ist er­schüt­tert, weil man ihre Nach­ba­rin tot im Land­wehr­ka­nal ge­fun­den hat. Ein tra­gi­scher Un­fall. Aber wie­so in­ter­es­siert sich der un­durch­sich­ti­ge Kri­mi­nal­kom­mis­sar Karl North für den Fall? Hulda stellt Nach­for­schun­gen an und ge­rät da­bei im­mer tie­fer in die Ab­grün­de einer Stadt, in der Schat­ten und Licht dicht bei­ein­an­der­liegen.

Das Buch ist flüs­sig und span­nend ge­schrie­ben. Ob­wohl Anne Stern sich öfter wie­der­holt und es viel­leicht ein paar zu viel der Zu­fäl­le sind, habe ich das Buch sehr gern ge­le­sen und freue mich schon auf den näch­sten Band.

Eingefroren am Nord­pol

Autor: Markus Rex

Expeditionsleiter Markus Rex über sein Jahr im Eis - mit exklusiven Fotos von der Expedition, vielen Grafiken und Karten.

Am 20. September 2019 startete die größte Arktis­expe­dition aller Zeiten: Die Polar­stern verließ den Hafen von Tromsö, um sich am Nordpol ein­frie­ren zu lassen. An Bord hat sie Wis­sen­schaft­ler aus 20 Nationen, die in der Arktis ein Jahr lang die Aus­wir­kungen des Kli­ma­wan­dels unter­suchen werden. Markus Rex, der Leiter der MOSAiC genann­ten For­schungs­mis­sion, erzählt in seinem Buch die Ge­schich­te dieser ein­ma­li­gen Ex­pe­di­tion: Er be­rich­tet vom All­tag unter den ex­trem­en Be­din­gun­gen der Arktis, von den lo­gis­ti­schen und pla­ne­ri­schen Heraus­for­derungen und von den wis­sen­schaft­li­chen Er­kennt­nis­sen, die die For­scher im Eis sam­meln konnten. Einge­froren am Nordpol ist die Ge­schi­chte eines großen For­schungs­a­ben­teu­ers und zugleich ein ein­dring­li­cher Blick auf die dra­ma­ti­schen Folgen des Kli­ma­wan­dels.

Expedition Arktis

Autorin: Esther Horvath

Der exklusive Fotoband zur Jahr­hun­dert­ex­pe­di­tion in die Arktis, begleitend zum ARD-Film.

Im September 2019 legte die Polarstern in Richtung Arktis ab - an Bord das in­ter­na­tio­na­le MOSAiC-For­scher­team, das die Aus­wir­kungen des Kli­ma­wan­dels auf das ewige Eis er­kun­det. Chro­no­lo­gisch aufgebaut do­ku­men­tiert der bildgewaltige Band in bisher ungesehenen Fotografien von Esther Horvath Leben und Arbeiten während der einjährigen Reise unter den extremen Bedingungen am Nordpol. Begleitet von kenntnisreichen Essays und Textbeiträgen von Experten, Wissenschaftlern und Ex­pe­di­tions­teil­neh­mern ist der Band ein ein­drucks­vol­les Zeugnis der wohl größten klimatischen Herausforderung unserer Zeit und bietet Einblicke in dieses einmalige For­schungs­pro­jekt sowie die spek­ta­ku­läre, schüt­zens­wer­te Po­lar­land­schaft. Mit ihrem Eisbären-Foto aus der Arktis hat Esther Horvath den 2020 World Press Photo Award gewonnen.


Ein Fußballspiel auf dem Eis, 4.000 m über dem Meeresgrund, in völliger Dunkelheit? Ein Drink an der nörd­lichsten Eisbar der Welt? Mit spielenden Eis­bären Auge in Auge? Alltag im Leben der Wis­sen­schaft­ler um Ex­pe­di­tions­leiter Markus Rex während ihrer For­schungs­reise ins gar nicht so ewige Eis der Arktis.

In Form eines Ta­ge­buchs schildert Rex die 367 Tage währende Ex­pe­dition, bei der wis­sen­schaft­liche Daten in nie da­ge­we­senem Aus­maß ge­sam­melt wur­den. Er­schreckend dünn ist die Eis­schicht, reißt durch die Be­we­gungen des Ozeans immer wieder auf, friert erneut zu, bildet riesige Ver­wer­fungen aus Presseis.

Wie feiern die Forscher an Weih­nachten? Und wie gestaltet sich Kom­mu­ni­kation mit der Heimat, wenn nur sporadisch ein Satellit den Nordpol überfliegt? Überhaupt, nach welcher Uhrzeit soll man sich eigentlich richten?

Aber zur größten Her­aus­for­derung für das Team, das die gesamte Expedition um Haa­res­breite zum Schei­tern bringt, wird ein Winzling, den niemand auf der Rechnung hatte: das Corona-Virus …

„Eingefroren am Nordpol“ be­schreibt die größ­te Aben­teu­er­rei­se der Jetzt­zeit. Span­nen­der als ein Thril­ler, un­glaub­li­cher als Science­Fic­tion. Ge­schich­ten und Bil­der aus einer Welt, die nie zu­vor ein Mensch ge­se­hen hat. Ein tol­les Buch, das mich to­tal fas­zi­niert hat.

Und da mir die vielen Bilder aus dieser sur­re­a­len Welt ein­deu­tig zu klein wa­ren, hat­te ich pa­ral­lel da­zu „Ex­pe­di­tion Ark­tis“ lie­gen, den opu­len­ten Bild­band mit vie­len wei­te­ren phä­no­me­na­len groß­for­ma­ti­gen Fo­tos der Ex­pe­di­tions­fo­to­gra­fin Es­ther Hor­vath. Die­ses Buch ist je­den Cent wert ...

Als wir uns die Welt ver­spra­chen

Autorin: Romina Casagrande

Das Buch, das Hoffnung schenkt: Zwei Kinder, tausend Schicksale und eine inspirierende Reise über die Alpen zwischen Italien und Deutschland.

Als die Südtirolerin Edna in einer deutschen Zeitschrift ein Bild ihres Kinderfreundes Jacob sieht, macht sie sich auf den Weg über die Alpen, um eine alte Schuld zu begleichen. Vor einem ganzen Leben mussten Edna und Jacob unter härtesten Bedingungen bei schwäbischen Landbesitzern schuften, wie Tausende arme Bergbauernkinder vor ihnen. Der Zweite Weltkrieg riss sie auseinander. Zu Fuß, mit Bus und Zug und ihrem Papagei Emil im Gepäck, beginnt Edna unbeirrt eine Reise voller berührender und überraschender Begegnungen.

Dieser Roman nimmt uns mit auf einen inspirierenden Weg zu Freundschaft und Freiheit – wenn wir uns gegenseitig helfen, können wir alles schaffen.

Ich finde, dass die Geschichte wundervoll erzählt ist. Edna ist eine Person, die man einfach gerne haben muss, denn sie hat sich ihre positive Lebenseinstellung bewahrt trotz aller Schicksalsschläge. Eine mutige alte Dame.

Als das Leben wieder schön wurde

Autorin: Kerstin Sgonina

Mit Lippenstift und Lebensmut. Drei Frauen bringen mit ihrem mobilen Schön­heits­salon Farbe in das Ham­burg der 50er Jahre. 1954 sind die dunk­len Jahre vorbei, die Wunden des Krieges jedoch noch lange nicht verheilt. Greta Berg­ström hat fast ihr gesamtes Leben in Stock­holm ver­bracht, bei ihrer Ankunft in Ham­burg ist der Him­mel über der Stadt so grau wie die See­len der Men­schen. Mit ihrer of­fe­nen Art eckt die fröh­li­che Schwe­din über­all an, eine Stel­le als Kos­me­ti­kerin sucht sie vergebens. Alles än­dert sich, als Greta sich mit zwei Frau­en an­freun­det: Marieke, die aus Ost­preußen fliehen musste und den Nach­bar­in­nen in den Alto­naer Nis­sen­hüt­ten die Haa­re macht; und Trixie, die im fei­nen Blan­ke­nese lebt und un­glück­lich in einen ameri­ka­nischen Sol­da­ten ver­liebt ist. Ge­mein­sam be­schließen die drei Frauen, einen mo­bilen Schön­heits­sa­lon zu er­öff­nen. Ihre Kun­din­nen sollen sich wieder wohl in ihrer Haut fühlen, das Leben endlich wieder ge­nießen. Nach den schwe­ren Jah­ren ein Stück vom Glück zu finden, davon träumen auch die drei Freun­din­nen ...


Unternehmerisches Frauentrio in Ham­burg der 50er Jahre

Es ist ein trüber Tag in Hamburg im März 1954 als die junge Greta vor der Tür zur Woh­nung ihres Va­ters steht, den sie seit fast 20 Jahren nicht mehr gesehen hat. Lange hat sie mit ihrer Groß­mut­ter in Stock­holm gelebt, dort als Kos­me­ti­ke­rin ge­ar­bei­tet und sich nach deren Tod ent­schlos­sen, ihren Vater und dessen neue Familie auf­zu­suchen und vor allen Dingen das Schick­sal ihrer Mut­ter zu er­kun­den, die nie wie ver­sproc­hen Greta und ihrer Oma nach Schwe­den folgte.

Doch beim Vater, seiner Frau und der Halb­schwes­ter trifft sie auf Kälte und Ab­leh­nung, nur der Halb­bru­der Mickey heißt sie warm­her­zig will­kom­men. Durch ihn lernt sie auch die in ärm­li­chen Ver­hält­nis­sen le­ben­de Marieke kennen, die sich ihren Le­bens­un­ter­halt als Fri­seuse ver­dient. Zu­sam­men mit der in einer Vil­la le­ben­den, mo­de­be­wuss­ten Trixie, die Greta bei den Nach­for­schun­gen zum Verbleib ihrer Mut­ter ken­nen­lernt, gründen die drei einen fahr­ba­ren Schön­heits­sa­lon, lie­be­voll 'Schnieke Deern' genannt.

Die Schicksale dieser drei sehr un­ter­schied­li­chen Frau­en werden im Buch glaub­haft und le­sens­wert ge­schil­dert, sowohl was den Schön­heits­sa­lon angeht aber auch die Vor­ge­schich­te und das Pri­vat­le­ben. So ent­steht Stück für Stück ein sehr an­schau­li­ches Bild des Lebens in der Nach­kriegs­zeit, aber auch der Jahre davor. Das Frau­en­bild von da­mals wird deutlich, die wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­se, die eher kühle han­se­a­ti­sche Lebens­art und auch das Leug­nen von Kriegs­gräueln. Der Schreib­stil ist an­ge­nehm zu lesen, dem Thema an­ge­mes­sen nicht zu hei­ter aber auch nicht zu schwer und die drei Haupt­cha­rak­tere sind sehr sym­pa­thisch und bieten durch ihre sehr un­ter­schied­li­chen Cha­rak­te­re viel Ab­wechs­lung.

Mir hat der Roman sehr gut gefallen und mir ein sehr authentisches Bild der Nachkriegszeit vermittelt.

Zu viel und nie genug

Wie meine Familie den gefährlichsten Mann der Welt erschuf

Autorin: Mary L. Trump

Um es gleich vorweg zu nehmen: Das Schicksal, in diese Familie hinein­geboren zu sein, das wünscht man seinem ärgsten Feind nicht …

Mary L. Trump ist promo­vierte Psycho­login und Profes­sorin unter anderem für Psycho­patho­logie und Ent­wick­lungs­psycho­logie an einer amerika­nischen Uni­versi­tät. Und sie ist die Toch­ter von Donald Trumps ältestem Bruder Freddy.

Mary L. Trump gewährt hier Einblicke in eine Familie, die von Donalds Vater Fred ty­ran­ni­siert und be­herrscht wurde und in der es für seine Kinder zeit­lebens nur ein Ziel gab: ein Lob des Vaters zu erheischen. Koste es, was es wolle. Gefühle wie Glück, Trauer, Empathie waren verpönt, wer nicht „in der Spur“ des Vaters blieb, wurde bestraft.
Während Freddy an diesem Druck zerbrach und mit nur zwei­und­vier­zig Jahren starb, lernte Donald das Prinzip schnell und befolgt es heute noch. Wer ihn nicht lobt, der ist gegen ihn und muss bestraft werden. Und wenn niemand ihn lobt, tut er es selbst – „großartig!“ Alles unterhalb von „groß­ar­tig“ ist eine Nie­der­lage – und Nie­der­la­gen hasst er genauso wie Fehler. Fehler machen immer nur die anderen. Dafür lügt und betrügt er zeitlebens. Und nimmt Rache. Denn Rache, Zorn und Wut sind Gefühle, die er nicht kontrollieren kann.
Mary L. Trump attestiert ihrem Onkel Donald, dem 45. Präsidenten der Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Amerika, neben seiner Arroganz einen aus­ge­prägten Nar­ziss­mus und die Un­fähigkeit, Verantwortung zu tragen. Sie weiß um seine „Lernschwäche, die seine Fähigkeit, In­for­ma­tionen zu ver­ar­bei­ten, seit Jahr­zehn­ten be­ein­träch­tigt“. Und sie erkennt als eine Grund­ursache allen Übels die Angst, vor dem Vater zu versagen.

Ich habe dieses fesselnd erzählte Buch mit wach­sen­dem un­gläu­bi­gem Ent­set­zen gelesen. Es hilft, die Person im Weißen Haus besser zu verstehen.

Die Tagesordnung

Autor: Eric Vuillard

Eric Vuillard ist ein franzö­sischer Schrift­stel­ler, der in seinen Büch­ern Au­gen­blicke der Welt­ge­schich­te neu er­zählt.

„Die Tagesordnung“ erzählt in un­kon­ven­tio­nel­ler Weise vom „großen Bluff“ Hit­lers und der Männer hinter ihm, mit dem sie die Welt bis zum Ausbruch des 2. Welt­kriegs über ihre wahren Ab­sich­ten getäuscht haben.

Vuillard schildert in brillanter Sprache den Aufstieg der National­so­zialis­ten durch die völ­lige Unter­werfung der deut­schen Groß­in­dustrie. Er entwirft in beein­drucken­den Bil­dern die Charaktere seiner Prota­go­nisten. Egal, ob sie nun Krupp heißen oder, wie in späteren Kapiteln, Schuschnigg, Chamberlain und Daladier.
Man spürt in jedem Satz die Ängste des öster­rei­chischen Kanz­lers Schuschnigg bei seinem Treffen mit Hitler auf dem „Berghof“ in den Berch­tes­gadener Al­pen. Man fiebert mit der öster­reichischen Be­völkerung dem „An­schluss“ an das Reich entgegen. Und leidet mit den Zwangs­ar­beitern in den Fabriken der Firma Krupp. Be­son­ders farbig schildert der Autor ein Abend­es­sen des deutschen Außen­mi­nis­ters Ribben­trop in Downing Street. Es scheint, als sei er in London selbst da­bei gewesen.

Eric Vuillard beschreibt durch die brillante Charakterisierung der han­deln­den Personen nicht nur deutsche Geschichte, sondern europäische. Und den Aufstieg der einen durch das Versagen der anderen …

Absolut lesenswert.

Der Club der Traumtänzer

Autor: Andreas Izquierdo

Ein schönes Leseerlebnis ist das Buch 'Der Club der Traumtänzer'.

Ein warmherzig, humorvoll, mit Tiefgang geschriebenes Buch. Von der ersten bis zur letzten Seite spannend, und es erweckt Neugierde auf den Schluss. Nicht zu viel und nicht zu wenig Text.

Ein erfolgreicher, egoistischer, reicher Unternehmensberater in den besten Jahren gerät in die Fänge einer Son­der­schul­di­rek­to­rin. Er soll 5 Son­der­schü­lern das Tanzen bei­bringen.

Wie der Unternehmensberater auch andere Werte des Lebens erkennt, und die Schüler an der Her­aus­for­derung wachsen, erfahren Sie in diesem Buch.

Das Meer

Autor: Wolfram Fleischhauer

Ein schönes Leseerlebnis ist das Buch 'Der Club der Traumtänzer'.

Die Fischerei-Beobachterin Teresa Carvalho verschwindet bei einem Einsatz, was eine ganze Reihe von Aktivitäten auslöst. Die Um­welt­ak­ti­vis­tin Ragna wird von allen mög­li­chen Leuten gesucht, denn sie und ihre Kollegen ver­su­chen die weitere Ausbeutung der Meere mit allen Mitteln zu verhindern.

Dieser Roman, der eigentlich ein Öko-Thriller ist, zeigt die skru­pel­lo­sen Methoden der Fisch­fang­ma­fia und die Macht­lo­sig­keit der Be­hör­den.

Spannend, realitätsnah, er­schre­ckend und nach­denkens­wert.

Libellenschwestern

Autorin: Lisa Wingate

Der Hintergrund für diesen Roman ist real, denn die Amerikanerin Georgia Tann hat ein Vermögen mit dem rücksichtslosen Handel von Kindern gemacht. Wie es dabei zugegangen ist, erfahren wir durch die Geschichte der zwölfjährigen Rill Foss und ihrer Geschwister, die einen wirklich erschüttert.

Ein berührender Roman.

Der Mann, der nicht mit­spielt

Autor: Christof Weigold

1921: Der Deutsche Reinhard Engel möchte in Hollywood Karriere als Schauspieler machen, muss ne­ben­bei aber noch als Pri­vat­de­tek­tiv nach der Schau­spie­le­rin Virginia Rappe suchen und gerät damit in den größten Skandal Hollywoods in der Stummfilmzeit.

Der Autor hat eine spannen­de und sehr unterhaltsame Geschichte um einen Skandal gesponnen, den es tatsächlich gegeben hat und so trifft man in dem Buch auf viele bekannte Namen der Stummfilmzeit. Auch damals schon durften die Geschäfte nicht gestört werden und plötzlich halten die größten Konkurrenten zusammen - aber Engel gibt nicht auf.

Lesenswert, spannend und un­ter­haltsam.

Der erste Stein

Autor: Krzysztof Charamsa

Krzysztof Charamsa löst un­mit­tel­bar vor dem Beginn der Fa­mi­li­en­sy­node im Vatikan im Jahr 2015 einen Skandal aus, als er sich öffentlich zu seiner Homosexualität bekennt. Enorme Brisanz entsteht durch die Tatsache, dass der polnische Priester Charamsa zu diesem Zeitpunkt in Rom Mitglied der päpstlichen Kon­gre­ga­tion für die Glaubenslehre, der Nach­fol­ge­or­ga­ni­sation der mit­tel­al­ter­li­chen In­qui­sition, ist.

Schonungslos offen schildert er sei­nen persönlichen Werdegang und spart dabei nicht mit seiner Kritik an den Strukturen der katholischen Kir­che.

Die letzten Tage der Nacht

Autor: Graham Moore

Moore erzählt in unterhaltsamer und packender Weise die Ereignisse um den sog. 'Stromkrieg' in den USA im Jahr 1888. Im größten Patentstreit der amerikanischen Geschichte zwi­schen Thomas A. Edison und George Westinghouse geht es um die Frage, wer von ihnen die Glühbirne erfunden hat. Sehr schnell wird deutlich, dass es dabei um vielmehr geht, nämlich um Macht, Geld und Einfluss.

Absolut lesenswert und zudem lehrreich.

Die Nachtigall

Autorin: Kristin Hannah

Zwei Schwestern kämpfen im von den Nazis besetzten Frankreich, jede auf ihre Weise, um ihr Überleben und ihre Ehre. Während die eine unter den Au­gen der Besatzer jüdischen Kin­dern das Leben rettet, schließt sich die andere der Résistance an. Beide geraten in gefährliche Si­tu­a­tio­nen, in denen sie all ihre Kraft und ihren Mut brauchen.

Kristin Hannah hat einen be­we­gen­den Roman geschrieben über die Zerbrechlichkeit des mensch­li­chen Lebens und die Kraft der Liebe.