Naja, nicht beim Heiligen selbst, sondern in dem ihm gewidmeten Kloster bei Schloss Dyck. Dort waren wir vormittags am 15.8. mit einem ehrenamtlichen Führer verabredet, der etliches Wissenwertes zu diesem von den Franziskanern gegründeten Kloster zu erzählen wusste. Wir haben gar nicht so viel gesehen, aber so viel Interessantes von diesem Herrn gehört, dass wir die angesetzten zwei Stunden Führung weit überschritten haben und deshalb die Besichtigung der Gästezimmer und Tagungsräume ausfiel.
Das Gebäude ist ansprechend, aber von eher schlichter Eleganz, ohne architektonische Highlights. Das liegt auch an der Geschichte des Klosters, die uns ausführlich in launiger Form von unserem Führer vermittelt wurde. Die Herren vom benachbarten Schloss Dyck hatten die Mönche mittels „sanften“ Drucks immer wieder als Notfall Portemonnaie benutzt, so dass kein Geld für Ausschmückungen übrig blieb. Die Säkularisierung unter den Franzosen brachte den Rauswurf der Franziskanermönche und den völligen Ausverkauf von allem Schönen. Erst 1905 luden die Herren von Salm Reifferscheidt Dyck den Oblatenorden ein, das Anwesen, das damals halb verfallen war, als Kloster zu pachten. Heute befinden sich noch vier Mitglieder dieses Ordens im Kloster. Dreimal betrug der Pachtzins für jeweils 30 Jahre Null, gegen Pflege und Instandhaltung der Anlage. Heute beträgt er 30.000 € pro Jahr (der Besitzer: „Wovon soll ich denn sonst leben?“), immer noch bei alleiniger Verantwortung der Pater für Pflege und Reparaturen. Das können diese natürlich ohne die Hilfe von vielen ehrenamtlichen Helfern und einem Förderverein nicht stemmen. Alleine die gegenwärtige Reparatur des Schieferdaches kostet 600.000 €.
Auch wir haben von den Ehrenamtlichen profitiert. Es gab köstlichen Kuchen, gebacken von einem 83jährigen Bäcker, und Kaffee im Klosterpark, der in seiner Schönheit zu einem Spaziergang einlud. Nicht vergessen zu erwähnen sollte man den Blauglockenbaum im Innenhof des Kreuzgangs, der sich mit Pfahlwurzel und schnellem Wachstum als Baum der Zukunft empfiehlt.
Das Wetter meinte es viel zu gut mit uns, es war mehr als heiß. Aber der Besuch ließ uns alle 28 Städtetourer zufrieden zurück.
Elke Hochheimer