Was alte Knacker waren, lernten wir am 15.10. 2026 im Flachsmuseum in Beeck. Dort hatten sich etliche aus unserer Städtetourengruppe eingefunden, um von einem sehr versierten und engagierten Führer allerlei Wissenswertes zu erfahren über die alte Kulturpflanze Gemeiner Lein, auch Flachs genannt, Im Garten des Museums kann man die Pflanze in ihrem ungeernteten Zustand betrachten, obwohl zu wenige blaue Blüten zu sehen waren, um diesen Ausflug als „Fahrt ins Blaue“ zu erleben. Ja, viele Redewendungen und Ausdrücke sind mit dem Anbau und der Verarbeitung dieser Pflanze verbunden, wie uns der Führer bildhaft erklärte, unterstützt von den alten Geräten, die der bäuerlichen Familie die Verwendung jedes Bestandteils der Pflanze ermöglichten. Viele von uns streuen sich Leinsamen über ihr Müsli oder den Salat, Leinöl findet Verwendung beim Kochen und in etlichen industriellen Anwendungen. Die getrockneten Pflanzenbündel wurden in der großen Braack weich geklopft, was viele Mundartsprecher als großes Maul wiedererkennen. Nachdem die flachsblonde Bäuerin die Fasern ausgelöst hatte, wurden diese versponnen, der gewonnene lange Faden auf einer Haspe aufgedreht, deren Knackgeräusch zum Abmessen der Fadenlänge meist von einem alten Menschen, dem alten Knacker, überwacht wurde. Und so manches hat sich bei der Arbeit wohl angesponnen! Selbst die Überreste der Pflanze wurden noch als Einstreu für Tiere und Matratzen verbraucht. Eine Allrounderpflanze, die vielen Menschen ein Auskommen ermöglichte.
Auch das Gebäude des Museums kann sich sehen lassen. Viele altertümliche Möbel und Werkzeuge verbreiten Atmosphäre. Die abschließende Kaffeetafel fand allerdings im modernen, hellen Teil des angegliederten Cafès statt.
Text: Elke Hochheimer
Fotos: Maren Konejung








