Unsere Städtereise führte uns diesmal auf die Margarethenhöhe in Essen. Dieser Stadtteil wurde von Margarethe Krupp im Rahmen einer 1906 gegründeten Stiftung aufgebaut. Die Idee war, die Anlage der englischen Gartenstädte aufzugreifen und in einer sozial ausgewogenen Besiedelung in der Nähe von Essen aufzubauen. Dazu hat die Stiftung den Architekten und Stadtplaner Georg Metzendorf ausgewählt, der auch dort wohnte und die gesamten Arbeiten bis zu seinem Lebensende geleitet hat. Der Aufbau erfolgte von 1910 bis 1938 in mehreren Bauabschnitten. Der ganze Stadtteil war so angelegt, dass alle notwendigen Einrichtungen wie Schule, Kirchen, Geschäfte, Ärzte und Apotheken mit geplant wurden. 1986 wurde die gesamte Margarethenhöhe unter Denkmalschutz gestellt. Der Denkmalschutz führt auch dazu, dass Fassaden nicht verändert werden dürfen, was bei der Nutzungsänderung von Geschäften schon mal zu lustigen Ergebnissen führt. Weitere Informationen findet man hier: https://margarethe-krupp-stiftung.de/die-margarethenhoehe/

Wir hatten mit Herrn Frenken einen tollen Führer, der uns innerhalb von 2 Stunden die Anlage der Margarethenhöhe, die Ideen und ihre Umsetzung sowie das aktuelle Zusammenleben nahegebracht hat. Nach einem kurzen Überblick im Torhaus über die Geschichte der Margaretenhöhe durften wir eine Wohnung quasi im Originalzustand besichtigen. Für die damalige Zeit zeigte sie einen sehr hohen Hygienestandard mit Toilette und Badezimmer sowie relativ große Wohnungen mit wegweisenden Standards. In die Anlage des Stadtteils wurde auch gleich der ÖPNV integriert. Von Anfang an war die Margarethenhöhe an das Straßenbahnnetz der Stadt angeschlossen.

Natürlich hat in der Bauzeit noch keiner an den heutigen PKW-Verkehr gedacht, aber die Straßen bieten Platz für den lokalen Verkehr.

 

Klaus Konejung