Kurz vor Ende des 30jährigen Krieges kam die Zeitenwende für Kevelaer, der 1. Juni 1642. Der geldrische Händler Hendrick Busmann hörte der Legende nach kurz vor Weihnachten 1641 an der Kreuzung der alten Handelsstraßen Amsterdam–Köln und Münster–Brüssel dreimal den geheimnisvollen Ausruf: „An dieser Stelle sollst du mir ein Kapellchen bauen!“. Am 1. Juni 1642 weihte der Pfarrer von Kevelaer ein Bildstöckchen an der Wegkreuzung und setzte einen Kupferstich der Gottesmutter Maria „Consolatrix Afflictorum“ (Trösterin der Betrübten) von Luxemburg ein. Damit beginnt die Geschichte der Wallfahrt in Kevelaer. (Auszug aus https://de.wikipedia.org/wiki/Kevelaer). Die Kirche erkannte Kevelaer zügig als Wallfahrtsort an und löste so zahlreiche Pilgerreisen aus, auch von Mitgliedern der Städtetouren.

Dieser Ort erschien uns eine Reise wert. Kaum dass wir uns an dem Treffpunkt mit unserem Führer vor der Stadtkirche St. Antonius versammelt hatten ist schon die erste Pilgergruppe, angeführt von lokalen Geistlichen, unter Gesang an uns vorbeigezogen.

Die Führung begann mit der Besichtigung von St. Antonius. Die Kirche ist schon zweimal wiederaufgebaut worden. Der weitere Weg führte uns durch die lebhafte Innenstadt mit vielen geschichtsbeladenen Gebäuden zum Kapellenplatz. Dort steht die Gnadenkapelle Kevelaer mit dem Kupferstich zwischen Marienbasilika, Priesterhaus, Kerzenkapelle, Forum Pax Christi und weiteren sakralen Gebäuden wie der Sakraments- und der Beichtkapelle. Besonders erinnert sich der Autor an die Kerzenkapelle (offiziell St. Michael), in der im Pilgerjahr 300 Pilgerkerzen aufgestellt werden und täglich 100 bei der Vesper leuchten.

In der Marienbasilika hatten wir das Glück, der gigantischen Orgel mit 128 Registern zu lauschen, als sich ein paar Meisterschüler auf die Prüfung vorbereiteten. Auch die Marienbasilika steht für ein Wunder, als am Ende des 2. Weltkriegs der Turm der Sprengung entging, da ein paar Zündschnüre „vertauscht“ waren, wahrscheinlich nur deshalb, weil während des Krieges das Marienbild unter dem Kirchturm versteckt war.

Nach gemeinsamem Essen ging es wieder zurück nach Wickrath.

Text: Klaus Konejung
Bilder: Maren Konejung